Entwurf eines schwarz-gelben Präventionsgesetzes

Meine Bewertung: Schlimmer geht's nimmer - Vorstellungen aus der Steinzeit

Die Bundesregierung legte am 11.03.2013 ihren Kabinettsentwurf für ein "Gesetz zur Förderung der Prävention" vor und forderte die Fachverbände zur Kommentierung auf. Viel Freude wird sie an den Antworten nicht haben, denn Verbände wie Wissenschaft sind schockiert über das Unwissen der Regierung über die Ursachen und die Entstehung von Gesundheit und Krankheit. Sie glaubt offensichtlich, dass diejenigen gesund bleiben, die den gesundheitlichen Risiken aus dem Weg gehen (Schutzfaktoren kommen nicht vor). Es geht noch dazu alleine um Verhaltensrisiken, denn die Belastungen/Risiken der Lebensverhältnisse werden nicht angesprochen. Der Erkenntnis, dass Prävention/Gesundheitsförderung von allen gesellschaftlichen Akteuren auch finanziell getragen wird und unter Beteiligung der Menschen in ihren Settings vor Ort geschehen sollte, wird der Gesetzentwurf ebenfalls nicht gerecht. Handelnde sind Ärztinnen/Ärzte und die gesetzlichen Krankenkassen, die den Versicherten eine Lebensstiländerung nahelegen. Eigenverantwortungsideologie kombiniert mit einer sinnlosen Ressourcenver(sch)wendung.

Primärprävention durch die Krankenkassen 2011

Ausgaben pro Versicherten (Euro)

Individueller Ansatz

        2,93

Setting-Ansatz

        0,94

Primärprävention gesamt

        3,87

GKV-Leistungsausgaben

2.423,16


Quellen: GKV-SV/MDS; BMG