Arztvorbehalt nun auch für die Prävention?

Um diese „Eigenverantwortung“ zu stärken und ein mögliches Risikoverhalten der Menschen zu verändern, sieht die Bundesregierung insbesondere folgende Instrumente vor:

  • Ärztliche Untersuchungen zur Erfassung von Risiken und Belastungen der Versicherten
  • Eine darauf abgestimmte präventionsorientierte Beratung durch Ärzte/Ärztinnen
  • Ärztliche Präventionsempfehlung (Bescheinigung) für Leistungen zur individuellen Verhaltensprävention
  • Berücksichtigung der ärztlichen Bescheinigungen durch die Krankenkassen bei der Finanzierung von Maßnahmen der individuellen Verhaltensprävention

Ärztinnen und Ärzte beschäftigen sich in Ausbildung und Beruf fast ausschließlich mit der Diagnose und Behandlung der Krankheiten Einzelner und weniger mit den Krankheitsursachen. Und ganz bestimmt wissen sie nicht besonders viel darüber, wie man Krankheiten vermeiden kann. Geschult sind sie primär in klinischer Medizin, deren Einsatz im Übrigen nur einen relativ geringen Gewinn an Gesundheit und Lebenserwartung zur Folge hat. Den größten Gesundheitsgewinn versprechen verbesserte Lebensbedingungen und Verbesserungen beim gesundheitsbezogenen Verhalten. 

Wenn man schon den individuellen Präventionsansatz wählt, so sollte man dafür die Gesundheits- und Sozialberufe nutzen, die dieses „Geschäft“ gelernt haben. Doch die Bundesregierung denkt nicht mal an eine Kooperation der Ärzte/Ärztinnen mit anderen Berufsgruppen.

Primärprävention durch die Krankenkassen 2011

Ausgaben pro Versicherten (Euro)

Individueller Ansatz

        2,93

Setting-Ansatz

        0,94

Primärprävention gesamt

        3,87

GKV-Leistungsausgaben

2.423,16


Quellen: GKV-SV/MDS; BMG