Gesundheitsberufe sind MEHRwert!

Pressemitteilung vom 20.03.2013

Anlässlich des Equal Pay Day am 21. März, der in diesem Jahr die Gesundheitsberufe in den Mittelpunkt stellt, erklären Renate Künast, Fraktionsvorsitzende, und Elisabeth Scharfenberg, Sprecherin für Pflege- und Altenpolitik:

Es ist höchste Zeit für Lohngleichheit. Seit Jahren gehört Deutschland zu den traurigen Schlusslichtern in Europa, wenn es um gleiche Bezahlung von Männern und Frauen geht. 22 Prozent Verdienstunterschied sind nicht länger hinnehmbar. Dass die Bundesregierung angesichts dieser Zahlen nur warme Worte findet, ist beschämend. Jetzt helfen nur noch gesetzliche Regelungen. Wir haben Eckpunkte für ein Entgeltgleichheitsgesetz vorgelegt. Nur mit der gesetzlichen Verpflichtung, aktiv gegen Gehaltsdiskriminierung vorzugehen, wird sich etwas ändern in Deutschland.

Der Gesundheitssektor ist der Wachstumssektor in Deutschland und trägt mehr zum Bruttoinlandsprodukt bei als die Fahrzeug- und Maschinenbauindustrie zusammen. Wir brauchen dringend eine Aufwertung der Berufe in der Gesundheits- und Pflegebranche, in der überwiegend Frauen beschäftigt sind. Während die Spitzenjobs auch hier überwiegend in Männerhand sind, müssen sich die Beschäftigten in Krankenhäusern, Pflegediensten und Praxen mit einem zu geringen Lohn zufriedengeben. Dabei ist ihre Arbeit sowohl körperlich als auch emotional anspruchsvoll.

Union und FDP haben die Lohnstruktur in der Pflege durch das Pflege-Neuausrichtungsgesetz sogar noch geschwächt. Pflegeeinrichtungen haben früher nur dann einen Versorgungsvertrag erhalten, wenn sie ihren Mitarbeiterinnen eine ortsübliche Vergütung gezahlt haben. Das wurde ersatzlos gestrichen mit dem Hinweis, es gäbe ja einen Mindestlohn in der Pflege. Der Mindestlohn ist aber nur die unterste Auffanglinie für gering qualifizierte Mitarbeiterinnen und kann keinesfalls den Normallohn darstellen. Wir werden die ortsübliche Vergütungsregelung wieder einführen.