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PRESSEMITTEILUNG
NR. 336/2003
Datum: 29.5.2003
Gesundheitsreform bricht verkrustete Strukturen
auf
Zur am Mittwoch im Kabinett beschlossenen
Formulierungshilfe für ein
"Gesundheitssystemmodernisierungsgesetz" erklären
Krista Sager, Fraktionsvorsitzende, und Biggi
Bender, gesundheitspolitische Sprecherin:
 
Der im Kabinett beschlossene Reformentwurf
verknüpft Finanz- und Strukturreform des
Gesundheitswesens. Er sorgt für die deutliche
Absenkung der Krankenversicherungsbeiträge und
verbessert gleichzeitig die Qualität und die
Wirtschaftlichkeit in unserem Gesundheitswesen.
 
Jetzt muss die Union in ehrliche Verhandlungen
eintreten. Das Land kann weder eine Totalblockade
noch eine Hinhaltepolitik gebrauchen. Immer neue
Vorbedingungen sind hier wenig hilfreich.
 
Wir begrüßen vor allem die im Vergleich zum
Referentenentwurf erreichten Nachbesserungen;
insbesondere den kompletten Wegfall des
Mehrbesitzverbots für Apotheken. Zementierte
Strukturen auf Kosten der Versicherten müssen
aufgebrochen werden.
 
Auch die Neuregelung der Ärzte-Fortbildung ist ein
Schritt in die richtige Richtung. Die Patientinnen
und Patienten können sich künftig sicher sein,
dass ihre Ärzte immer auf dem neuesten Stand des
medizinischen Wissens sind. Die Pharma-Industrie
kann sich an der Finanzierung der Fortbildungen
beteiligen, die Mediziner-Weiterbildungen aber
nicht zu Werbe- und Verkaufsveranstaltungen
machen.
 
Durch mehr Vertragsfreiheiten zwischen Kassen und
Fachärzten wird der Wettbewerb um Qualität und
Wirtschaftlichkeit auch zwischen den Anbietern von
Gesundheitsleistungen zu einem durchgängigen
Prinzip. Durch die Weiterentwicklung der
integrierten Versorgung, die Zulassung von
Gesundheitszentren und das Hausarztsystem wird die
Zusammenarbeit von Ärzten in unserem
Gesundheitswesen zur Regel.
 
Der stärkere Wettbewerb, die Anerkennung neuer
Versorgungsformen und die Förderung der
Therapievielfalt werden zu einem reichen Angebot
für die Patientinnen und Patienten führen. Damit
die Patientinnen und Patienten ihre erweiterten
Wahlmöglichkeiten auch nutzen können, werden in
allen Versorgungsbereichen mehr Transparenz und
Informationsmöglichkeiten geschaffen. Ausdruck
eines neuen Paradigmas von Gesundheitspolitik sind
die umfassenden Informations-, Beteiligungs- und
Anhörungsrechte von Patientenverbänden.
Versicherte und Patienten werden so auf Augenhöhe
mit Ärzteschaft und Kassen gebracht.

 

 

 

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