Mammografie: Frauen nehmen teil, weil sie den Nutzen des Screenings überschätzen

Pressemitteilung vom 18.02.2013

Zur Studie des Bundesgesundheitsministeriums über Mammografie-Screening erklärt Biggi Bender, Sprecherin für Gesundheitspolitik: 

Die Studie zeigt, wie schlecht viele Frauen über den Nutzen des Screenings informiert sind. Knapp 60 Prozent der befragten Teilnehmerinnen sind der Ansicht, das Screening selbst könne Brustkrebs verhindern, rund 75 Prozent glauben, das Screening biete größtmöglichen Schutz vor Brustkrebs. Beide Annahmen zeigen, dass der Nutzen deutlich überschätzt wird, während Risiken kaum bekannt sind.

Eine Entscheidung für ein Screening setzt eine neutrale Aufklärung über die Nutzen und die Risiken voraus: So reduziert das Screening die Brustkrebssterblichkeit kaum. Hingegen kommt es in Folge der Untersuchungen häufig zu Behandlungen (wie Bestrahlung, Chemotherapie und Operationen), obwohl die Frauen später gar nicht erkrankt wären – dies wird als Überdiagnose und Übertherapie bezeichnet. Die Bundesregierung hat sich bereits in der Antwort auf unsere Schriftliche Frage festgelegt: Sie sieht keinen Anlass, die Einladungen zum Screening zu ändern – obwohl dieses in den Schreiben einseitig positiv dargestellt wird. Damit wird deutlich: Sie nimmt den im Krebsfrüherkennungsgesetz selbst formulierten Vorrang einer informierten Entscheidung gegenüber einer hohen Teilnahmerate nicht ernst.