Die Komplementärmedizin in der Diskussion
Es passiert eher selten, dass eine Pressemitteilung zu direkten Reaktionen von BürgerInnen oder Debatten in Blogs führt. Meine Reaktion auf derartige Beiträge zur Pressemitteilung „Komplementärmedizin stärken – Impulse aus der Schweiz aufgreifen“ möchte ich Ihnen zur Verfügung stellen:
Es ist erstaunlich, welche Wellen meine Presseerklärung zum Schweizer Volksentscheid zur Komplementärmedizin schlägt.
Ich hielt den Kulturkampf zwischen Schul- und Komplementärmedizin für beendet. Anliegen der Grünen und vieler Fachleute ist es, sich mit den Stärken und Schwächen der jeweiligen Ansätze auseinanderzusetzen. Das Interesse einer großen Zahl von PatientInnen ist es, von den Stärken aller Ansätze zu profitieren.
Auf der Ebene der wissenschaftlich tätigen ÄrztInnen gibt es vielversprechende Diskussionsansätze, um die klassische Polarisierung zu überwinden. So z.B. das „Dialogforum Pluralismus in der Medizin“, das u.a. vom Präsidenten der Bundesärztekammer, Professor Hoppe ins Leben gerufen wurde. Mehr Informationen hierzu unter:
http://www.dialogforum-pluralismusindermedizin.de/
Die kritischen Äußerungen über das von mir angeführte Beispiel Akupunktur sind mir nicht nachvollziehbar. Wir verweisen auf Akupunkturstudien der gesetzlichen Krankenkassen und zitieren aus der Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (GBA). Im GBA sitzen VertreterInnen der Ärzteschaft, der Krankenkassen, der Krankenhäuser und beratend PatientenvertreterInnen. Diese entscheiden darüber, ob Leistungen von den gesetzlichen Krankenkassen zu bezahlen sind. Die Akupunktur wurde in den genannten Fällen in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufgenommen. Die Pressemitteilung zum Beschluss des GBA finden Sie unter:
http://www.g-ba.de/informationen/aktuell/pressemitteilungen/83/
Die Details zur Richtlinie und den tragenden Gründen finden Sie unter:
http://www.g-ba.de/informationen/beschluesse/295/
Im April 2008 führte die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen ein gut besuchtes Fachgespräch „Komplementärmedizin auf dem Prüfstand“ durch. Mehr dazu unter:
http://www.gruene-bundestag.de/cms/gesundheit/dok/230/230375.komplementaermedizin_auf_dem_pruefstand.html
Der Auswahl der eingeladenen WissenschaftlerInnen können Sie entnehmen, dass wir einer kontroversen Diskussion nicht aus dem Weg gehen. Auffällig war, dass der Placeboeffekt dort eine völlig andere Rolle spielte, als in den Mails, die uns zu diesem Thema erreichten. Statt der kritischen Sicht auf den Placeboeffekt müsse untersucht werden, wie dieser – auch bei den klassischen Behandlungsverfahren - genutzt werden könne, war die Schlussfolgerung des Vertreters der evidenzbasierten Medizin, Professor Porzolt.

