Höhere Rente für Contergan-Opfer
Biggi Bender und Markus Kurth, sozial- und
behindertenpolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen, erklären:
Die monatliche Rente aus der
Contergan-Stiftung wird den heutigen Belastungen der Betroffenen nicht mehr
gerecht. Die hohe Selbständigkeit, die die Contergan-Opfer glücklicherweise
erlangten, bezahlten sie oft mit einer starken Überlastung der Gelenke, der
Muskulatur und des Skeletts. Aufgrund der gesundheitlichen Folgeschäden können
heute viele betroffene Frauen und Männer nicht mehr ihren Berufen nachgehen.
Sie müssen von daher lange vor dem Rentenbeginn eine Erwerbsunfähigkeits- oder
Erwerbsminderungsrente beantragen.
Das Unternehmen Grünenthal
ist mit dem Vergleich im Jahr 1971, bei dem sie 110 Millionen D-Mark in den
deutschen Contergan-Fonds einzahlte, aus heutiger Sicht betrachtet, glimpflich
davon gekommen. Mit diesem Vergleich wurden die juristischen Fragen damals
abschließend geklärt. Dennoch sehen wir von Bündnis 90/Die Grünen das
Unternehmen Grünenthal in der Pflicht. Entschädigungszahlungen lägen heute in
ganz anderen Dimensionen. Hinzu kommt, dass man damals nur sehr wenige
Erfahrungen mit den körperlichen Funktionseinschränkungen eines/einer
Contergan-Geschädigten hatte. Es war kaum abzuschätzen, wie sich die Gesundheit
der Betroffenen in ihrem weiteren Leben entwickelt.
Die Firma Grünenthal ist
heute ein florierendes Unternehmen, dessen Eigentümer ein sehr großes Vermögen
haben. Wir fordern Grünenthal von daher auf, sich den neuen Erkenntnissen zu
stellen und im Sinne der Betroffenen ein freiwilliges Zeichen zu setzen.

