Impfpflicht ja oder nein?

Das Thema Schutzimpfungen erhitzt die Gemüter von Fachleuten und Eltern. BefürworterInnen von Impfungen plädieren für hohe Durchimpfungsraten, um die Bevölkerung vor ansteckenden Infektionskrankheiten zu schützen bis hin zur Forderung einer Impfpflicht. Dieser Konflikt reicht auch in die Berufsverbände der Ärzteschaft hinein. So ist die Frage „Impfpflicht ja oder nein“ im Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte umstritten. ImpfkritikerInnen sehen in Impfungen zum Teil einen Irrweg zur Prävention bestimmter Krankheiten. Sie fordern teilweise sogar ein Recht auf Krankheit ein. Sie plädieren aber auch für eine differenzierte Betrachtung der jeweiligen Impfung und die Einzelfallentscheidung.

Entscheidungsfindung für Schutzimpfungen transparent machen!

Mit dem GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz sind Schutzimpfungen in den Fokus der Politik gerückt. Viele Schutzimpfungen sind Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Rund 70,2 Millionen Versicherte können Schutzimpfungen als Pflichtleistungen in Anspruch nehmen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten von Impfungen, die vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) bestimmt werden. Der G-BA stützt sich dabei auf die Empfehlungen der Ständigen Impfkommission(STIKO), dem ExpertInnengremium für Schutzimpfungen in Deutschland.

Entscheidungen der STIKO haben nicht nur für die Gesundheit der Bevölkerung eine hohe Relevanz, sondern auch für die Finanzströme im Gesundheitswesen. Nach Kassenangaben belaufen sich die Kosten der umstrittenen Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren in der Startphase auf 1,1 Milliarden Euro. Umso wichtiger ist es, dass das Verfahren der Entscheidungsfindung bei der STIKO transparent gemacht wird und mögliche Interessenkonflikte der STIKO Mitglieder – zum Beispiel mit der Pharmaindustrie -  veröffentlicht werden. Für die grüne Bundestagsfraktion Grund genug, eine Kleine Anfrage zur Verfahrenstransparenz bei der STIKO an die Bundesregierung zu stellen. Aus der Antwort der Bundesregierung geht hervor, dass die STIKO mögliche Interessenkonflikte ihrer Mitglieder bis Ende des Jahres auf ihren Internetseiten veröffentlichen will. Der G-BA Vorsitzende Dr. Rainer Hess bescheinigte der STIKO die gleiche Bedeutung wie dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Die grüne Bundestagsfraktion teilt die Erwartung von Dr. Rainer Hess, dass die STIKO in absehbarer Zeit ein Methodenpapier vorlegt, welches zur Diskussion gestellt und regelmäßig aktualisiert werden soll. Orientierung bietet dabei das Vorgehen beim Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Die Transparenz erhöhen würde auch die Veröffentlichung der Stellungnahmen der zur Beratung einbezogenen Organisationen.

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