Bessere Versorgung für Schwerkranke und Sterbende notwendig

Ungeachtet der unterschiedlichen Positionen, wie Patientenverfügungen konkret geregelt werden sollen, gibt es in der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen einen breiten Konsens, dass bessere Rahmenbedingungen für Schwerkranke und Sterbende geschaffen werden müssen. Daher haben wir einen Antrag (Drucksache 16/5134) in den Deutschen Bundestag eingebracht, der unter anderem fordert, dass

-          die pflegerische Infrastruktur hinsichtlich der individuellen Bedarfslage am Lebensende verbessert wird (stärkere Vernetzung, Koordination und Kooperation aller relevanten Akteure sowie der festen Verankerung von Case-Management-Strukturen),

-          auch die Pflege Schwerstkranker mit hohem Versorgungsbedarf in der eigenen Häuslichkeit abgesichert wird,

-          eine Aufklärungskampagne über die Möglichkeiten der Palliativversorgung und Hospizarbeit gestartet wird,

-          sowohl bei der ambulanten wie stationären Versorgung von Schwerkranken und Sterbenden eine Schmerztherapie, die den Betroffenen einen schmerzfreien, aber bewussten Abschied aus dem Leben ermöglicht, integraler Bestandteil wird,

-          die Palliativmedizin und –pflege zu einem expliziten Pflichtlehr- und Prüfungsfach des Medizinstudiums sowie auch im Curriculum bei der Ausbildung für die Berufe in der Krankenpflege deutlich aufgewertet wird,

-          gesetzliche Regelungen vorgeschlagen werden, mit denen die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf ermöglicht wird, indem das bestehende Teilzeitgesetz vereinfacht und eine vorübergehende unbezahlte Freistellung (Pflegezeit) mit Rechtsanspruch auf Rückkehr zum Arbeitsplatz sowie Kündigungsschutz eingeführt wird.